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30.05.2013

Verkehr in Leonding

geschrieben von Grüne Leonding

Schön hier zu leben – ein gutes Motto, in vielerlei Hinsicht zutreffend – man denke an die wirklich wunderbare Natur, die uns hier umgibt - wandern, walken, Rad fahren, spazieren - alles herrlich und das noch dazu in unmittelbarer Nähe zu Linz! Durch die Anbindung an die Straßenbahn wurde die Gegend noch mehr aufgewertet, Land und Stadt fließen ineinander über.

Weniger schön wird es, kommen einem/r das Leondinger Zentrum und damit einhergehend der massive Individualverkehr in den Sinn, der bei uns die Überhand hat. Der an sich attraktive Leondinger Stadtplatz (z.B. die Plätze vor dem Rathaus und der Kirche, das Atrium ...) ist verkehrspolitisch gesehen ein Fehlkonzept. Hektisches Ein- und Ausparken dominieren das Bild, FußgängerInnen schlängeln sich wie ungebetene Gäste an parkenden Autos vorbei, mit Kindern ist es sowieso gefährlich und für RadfahrerInnen gibt es nur selten Abstellplätze (mit einigen Ausnahmen, wie z. B. vor dem Bürgerservice und neuerdings vorm dm). Fast der gesamte Platz und die kopfsteingepflasterten Straßen dienen als
Fahr- und Parkspur für Autos.

Die Zeit ist reif, eine Veränderung von Mobilitätsverhalten und -politik herbeizuführen. Ein erster Schritt wäre ein autofreier Stadtplatz, der zum Flanieren und
Verweilen einlädt. Dazu bräuchte es natürlich ein gut durchdachtes Gesamtkonzept, das einerseits die nötigen Parkmöglichkeiten rund um das Zentrum bietet (z.B. bestehendes Parkhaus und Parkplätze rund um den Kürnbergmarkt), mehr Anreize mit dem Rad oder mit dem Bus zu kommen und auch Angebote zur Vitalisierung des Stadt-
platzes, wie z.B. mehr Gastronomiebetriebe, vielleicht einen Spielplatz oder ein Schachfeld, oder den Versuch, noch mehr gute Fachgeschäfte anzulocken.
Das Argument, dass die Geschäfte KundInnen durch die Autofreiheit der Zone verlieren würden, hält nicht, denn es gibt genug Beispiele, die das Gegenteil belegen.

Gespräche und Diskussionsrunden im Zuge der Leondinger BürgerInnenbeteiligung ließen häufig den Wunsch nach einem autofreien Stadtplatz laut werden. Mit einzubeziehen wären auch Überlegungen, ob man den Bereich der Michaelsbergstraße in eine Shared-Space-Zone umfunktionieren könnte.

Original erschienen im Grünsprecht November 2012, geschrieben von Else Koller