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Dienstag, 31. März 2026

Die ewige Geschichte mit dem PFAS

PFAS im Brunnenwasser sind auch in Leonding ein sehr konkretes Problem: Seit Ende 2022 gelten mehrere Hausbrunnen wegen erhöhter Belastung nicht mehr als sichere Trinkwasserquelle. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie wichtig politisches Handeln und bewusste Entscheidungen beim Einkauf sind, um unser Grundwasser zu schützen.

Ewigkeitschemikalien vor unserer Haustür

Ende Dezember 2022 kam für viele Menschen in Leonding eine unerwartete Nachricht: Das Wasser aus mehreren Hausbrunnen sollte weder getrunken noch zum Kochen verwendet werden. In Proben wurden sogenannte PFAS in einer Menge gefunden, die über dem inzwischen rechtsverbindlichen Trinkwasser‑Grenzwert von 0,10 Mikrogramm pro Liter lag. PFAS ist der Überbegriff für eine ganze Gruppe von über 6000 verschiedenen Einzelsubstanzen.

Betroffen waren vor allem die Ortsteile Staudach, Jetzing, Felling und Teile des Harter Plateaus sowie Brunnen im benachbarten Wagram in Pasching. Insgesamt waren rund 400 Personen auf Brunnenwasser angewiesen, das nicht mehr als sicher eingestuft war. Für die betroffenen Haushalte bedeutete das: Flaschen schleppen, Trinkwasser von der Feuerwehr Hart abholen und vor allem: die Sorge, wie es mit der Wasserversorgung weitergehen soll.

Gleichzeitig begann ein umfangreiches Mess‑ und Ermittlungsprogramm. Das Land Oberösterreich baute ein Netz aus rund 80 Messstellen auf, um das Ausmaß der Verunreinigung zu klären. Rasch zeigte sich, dass die PFAS‑Belastung nicht auf einzelne Brunnen beschränkt ist, sondern mit einer großräumigen Grundwasserverunreinigung im Raum Hörsching – Pasching – Leonding zusammenhängt.

PFAS - kurz erklärt

Was sind PFAS?

  • PFAS sind künstliche Chemikalien, die Wasser, Fett und Schmutz abweisen.

  • Sie werden zum Beispiel in Regenjacken, beschichteten Pfannen, Verpackungen, Feuerlöschschaum und manchen Pestiziden verwendet.

  • PFAS bauen sich in der Umwelt kaum ab – deshalb nennt man sie auch „Ewigkeitschemikalien“.

Warum sind PFAS problematisch?

  • Sie können sich im Boden, im Wasser und im menschlichen Körper anreichern.

  • Einige PFAS stehen im Verdacht, die Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen, das Immunsystem zu schwächen oder das Krebsrisiko zu erhöhen.

  • Besonders heikel sind PFAS im Trinkwasser, weil wir es täglich zu uns nehmen.

Grenzwerte im Trinkwasser

  • Für die Summe von 20 wichtigen PFAS („PFAS‑20“) gilt ein Grenzwert von 0,10 Mikrogramm pro Liter. Dieser Wert ist seit 2026 für alle Wasserversorger verbindlich.

 

 

Woher kommt die Verunreinigung?

PFAS gelangen nicht „von selbst“ ins Wasser, sondern durch menschliche Aktivitäten. Im Fall Leonding gibt es einen klaren- wenn auch nicht gesicherten Verdachtsbereich: Am Flughafen Linz‑Hörsching wurden über Jahrzehnte PFAS‑haltige Löschschäume bei Feuerwehrübungen eingesetzt. Diese Stoffe können vom Boden ins Grundwasser gelangen und sich entlang des Grundwasserstroms weiter ausbreiten – bis zu jenen Brunnen, aus denen die Menschen ihr Wasser holen. Der Fall macht deutlich: Wenn Chemikalien ohne ausreichende Vorsicht eingesetzt werden, können die Folgen noch Jahrzehnte später spürbar sein - und zwar mitten in unseren Gemeinden.

Neue Grenzwerte für sauberes Trinkwasser

PFAS werden in Österreich erst seit wenigen Jahren systematisch im Grund‑ und Trinkwasser untersucht. Um die Gesundheit der Menschen besser zu schützen, wurde ein eigener Grenzwert in der Trinkwasserverordnung vorbereitet: Für die Summe von 20 besonders relevanten PFAS („PFAS‑20“) gilt seit 2026 ein verpflichtender ein Wert von 0,10 Mikrogramm pro Liter.

Damit ist klar: Was in den Leondinger Brunnen bereits Ende 2022 gemessen wurde, ist nach diesem Maßstab deutlich zu hoch und genau deshalb kam es schon damals zur Empfehlung, das Wasser nicht mehr zu trinken. Auch wenn diese Grenzwerte formal erst seit 2026 gelten, musste die Gesundheitsvorsorge hier zu einem schnelleren Handeln führen.

Zitat

Der PFAS‑Fall in Leonding war ein Weckruf. Wenn wir ihn ernst nehmen, können wir dafür sorgen, dass unser Wasser auch in Zukunft sauber bleibt – für uns, unsere Kinder und Enkelkinder.

– Agnes Sirkka Prammer

Was wird von der Politik erwartet?

PFAS sind inzwischen auch auf europäischer und nationaler Ebene ein heißes Thema. In der EU wird an einem weitreichenden Verbot dieser Stoffe gearbeitet (mit Ausnahmen dort, wo es bisher noch keine sicheren Alternativen gibt). 

Ein spezieller Anwendungsfall von PFAS liegt in den Pestiziden, Deren Abbauprodukte sind sehr gut wasserlöslich, gelangen leicht ins Grundwasser und wurden bereits an mehreren Stellen nachgewiesen. Das ist gerade für ein Land, das fast vollständig aus Grundwasser trinkt, ein ernstes Risiko. Daher drängen die Grünen auf ein rasches Ende dieser problematischen PFAS Pestizide.

Damit sich hier etwas bewegt, braucht es politischen Druck. Die Grünen im Bund haben deshalb eine Petition für ein Verbot von PFAS‑Pestiziden gestartet, die sich für den Schutz von Grund‑ und Trinkwasser stark macht. Wer dieses Anliegen teilt, kann mit seiner Unterschrift ein klares Signal setzen, dass „Ewigkeitschemikalien“ in unserer Landwirtschaft und in unserem Wasser keinen Platz haben sollen.

Was können wir in Leonding tun?

Auch abseits der großen Politik gibt es konkrete Schritte, die wir vor Ort setzen können:

 

  • Hausbrunnen regelmäßig untersuchen lassen – gerade in bekannten Belastungsgebieten.

  • Beim Einkauf auf PFAS‑freie Alternativen achten, etwa bei Outdoor‑Kleidung, Kochgeschirr oder Imprägniermitteln. Je weniger dieser Stoffe verwendet werden, umso weniger kommen in die Umwelt.

  • Auf Gemeindeebene dafür eintreten, dass Umwelt‑ und Trinkwasserschutz bei Planung und Genehmigungen Priorität haben.

  • Initiativen unterstützen, die auf ein rasches Verbot von PFAS‑Pestiziden und eine strenge Regulierung dieser Stoffe hinwirken.

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